Euro Truck Simulator 2

    • Euro Truck Simulator 2

      oder: 18 Tonnen Joghurt von Hannover nach Graz...

      Eigentlich hatte ich anfangs nur beabsichtigt, ein paar schöne Screenshots aus dem Spiel zu präsentieren und mir darüber Gedanken gemacht, wie ich die Bilder am besten "verpacke". Da wir noch keine Spielvorstellung zum "Euro Truck Simulator 2" im Forum haben, dachte ich mir, mein Vorhaben wäre ein guter Anlass, eine solche zu schreiben. Allerdings bedarf es für eine Spielvorstellung mMn. auch einer Anzahl eher "funktionaler" Abbildungen, damit die Leser sich ein umfassendes Bild vom Spielablauf im Ganzen machen können. Und so mussten einige meiner "schönen" Screenshots vorerst außen vor bleiben. Wahrscheinlich liefere ich sie irgendwann nach. :wackler Für den Moment hoffe ich aber vor allem, diese tolle Simulation einigermaßen interessant zu präsentieren.



      Genre: Indie, Truck- und Wirtschaftssimulation
      Entwickler: SCS Software
      Publisher: Rondomedia, SCS Software
      Sprache(n): Deutsch und andere
      Veröffentlichung: 16 Jan. 2013
      Aktuelle Version: 1.12.1s

      :USK00: Freigegeben ohne Altersbeschränkung


      Überblick

      Nachdem dieses Spiel nun schon eine ziemlich lange Zeit in meiner Steam-Sammlung herumliegt, habe ich es nun endlich einmal richtig zu spielen begonnen. Und schnell hat der Funke wieder gezündet, wie es auch schon beim Vorgänger der Fall gewesen ist.

      Im "Euro Truck Simulator 2" (ETS2) geht es natürlich schwerpunktmäßig erneut darum, als simulierter Fernfahrer mit LKW's namhafter europäischer Hersteller Waren kreuz und quer zwischen einer Vielzahl von Städten über Europas Straßen zu transportieren. "Europa" bedeutet im Grundspiel: Deutschland, Dänemark, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Norditalien, die Benelux-Länder, die Schweiz und Österreich.

      Obwohl das Spiel bereits seit 1 1/2 Jahren auf dem Markt ist, wird es vom tschechischen Entwicklerstudio SCS weiterhin vorbildlich supportet und erweitert. Teilweise in Form kostenloser Patches, welche nicht selten aber auch echte Erweiterungen enthalten, etwa neue LKW-Modelle. Daneben sind bereits eine Reihe kostenpflichtiger DLC's erschienen; weitere befinden sich in Planung. Mit dem DLC "Going East" wurde die Spiellandkarte um Polen, Tschechien, die Slowakei und Ungarn erweitert. Diverse "Paint Job"-DLC's bieten neue, künstlerische Designs zur individuellen Lackierung der Trucks, das "High Power Cargo Pack"-DLC erweitert das Spiel um neue Schwerlast-Auflieger.

      Endlich ist es (nach Jahren) SCS gelungen, auch mit dem größten LKW-Hersteller der Welt eine Lizenzvereinbarung zu erreichen. Damit finden sich in Kürze neben Fahrzeugen der Marken Scania, Volvo, MAN, Iveco, DAF und Renault endlich auch lizenzierte Trucks von Mercedes Benz im Spiel wieder - und müssen nicht länger unter dem Fantasienamen "Majestix" und mit absichtlich verfälschtem Mercedes-Stern herumfahren. Um diesen Fortschritt gebührend zu würdigen, befindet sich bei SCS aktuell das derzeitige Topmodell von MB in der Entwicklung.

      Daneben erwartet uns bald auch eine weitere Ergänzung der Karte, diesmal für die skandinavischen Länder. Das alles geschieht parallel zur Entwicklung des designierten Nachfolgers des ETS2. Der spielt jenseits des Atlantiks und soll bereits im November dieses Jahres unter dem Titel "American Truck Simulator" erscheinen.

      Neben den offiziellen DLC's existieren für den ETS2 mittlerweile eine schon fast unüberschaubare Anzahl an von Fans erstellten Modifiaktionen. Diese umfassen u.a. neue Karten samt zusätzlichen Städten, neue Trucks, Anbauteile und Paint Jobs, neue Auflieger, viel mehr Fahrzeugmodelle für den AI-Verkehr, generelle Spielverbesserungen u.v.a.m. So etwa haben Modder längst aus "Majestix" wieder Mercedes gemacht, oder die im Grundspiel fiktiven Speditionsunternehmen wurden durch reale Firmen ersetzt.

      Einzige Krux mancher Mods ist nur die, dass beim ETS2 der Entwickler hinsichtlich immer noch neu erscheinender Updates einen längeren Atem beweist, als manche Modder betr. des Supports ihrer Modifikationen. So findet man immer wieder eigentlich ganz tolle Mods, die leider mit der aktuellen Spielversion aber nicht mehr kompatibel sind und auch nicht mehr upgedatet werden.

      Einige Mods haben sich zu quasi "Must Have"-Erweiterungen entwickelt, die von fast allen Spielern verwendet werden. Die realen Firmennamen etwa oder die "TruckSim Map", die mittlerweile in der Version 5.1 verfügbar ist. Die "TruckSim Map" baut auf der originalen Europakarte auf, erweitert diese um weitere Städte, Straßenverbindungen und ganz viele Strecken- sowie Landschaftsdetails. Darüber hinaus wird die originale Karte nach Süden bis hin nach Nordafrika vergrößert.

      Ich verwende die TruckSim-Map im Grunde vom Beginn meines Spieles an, so dass ich manchmal gar nicht genau sagen kann, ob dieses oder jenes Detail eigentlich vom Grundspiel oder der Mod herrührt.


      Links: Die "Weltkarte" im ETS2 - hier noch ohne "Going East"-DLC. Gelb eingezeichnete Strecken wurden bereits mindestens einmal befahren,
      die rote Linie markiert die Route des aktuellen Auftrages.
      Rechts: Die bereits erworbenen und die noch ausstehenden Fähigkeiten des eigenen Charakters


      Steuerung

      Gesteuert wird im ETS2 wahlweise mittels aller nur erdenklichen Eingabe-Controller. Lenkrad+Pedale, Gamepad, Joystick, Maus und Tastatur werden unterstützt und können weitgehend frei belegt werden. Persönlich freue ich mich ganz besonders über die Möglichkeit der Maussteuerung in Kombination mit der Tastatur. Das klappt ganz wunderbar und sehr entspannt. Den Joystick zur Steuerung finde ist ebenfalls okay. Damit hat man den Vorteil, mehr Funktionen mit einer Hand bedienen zu können, muss aber mit dem m.E. Nachteil leben, dass es nach einiger Zeit einfach anstrengend(er) wird, mit dem Joystick zu lenken. Gamepad ist mir wie immer viel zu "fuzzelig", das nehme ich wirklich nur, wenn ein Spiel gar nichts anderes zulässt.

      Echte Simulations-Profis fahren selbstverständlich sicherlich mit einem Lenkrad samt Fußpedalen. Wie gut das funktioniert, kann ich leider nicht aus eigener Erfahrung beurteilen, da ich mein einstmals besessenes Lenkrad vor Jahren ausrangiert habe. Es wurde mir schlicht zu nervig, das Teil jedesmal vor dem Spielen erst umständlich an der Schreibtischplatte festschrauben zu müssen - und anschließend in meinem Bürosessel davor wie der sprichwörtliche Affe auf dem Schleifstein angespannt zu hocken, während dessen sich die Einheit mit den Fußpedalen bei jedem Drauftreten unterhalb des Tisches ständig weiter nach hinten verflüchtigen wollte. :nein:

      Wer über ein dauerhaft und vernünftig installiertes "Cockpit" verfügt, wird damit aber wohl sicher die beste und authentischste Steuerung erleben. Erst recht, sobald die für das Spiel bereits angekündigte Unterstützung des Oculus Rift verfügbar sein wird.


      Aber zurück zum Joghurt...

      Das wesentliche Augenmerk bei einer Simulation dieser Art muss natürlich auf der Qualität der grafischen Darstellung im Spiel liegen. Hier bietet der ETS2 derzeit im Genre ohne Frage die absolute Spitze. Ob es sich um die Darstellung der Landschaft handelt, die Wetter- und Lichteffekte oder nicht zuletzt den Detaillierungsgrad der Truck- und sonstigen Fahrzeugmodelle: das sieht alles schon Klasse aus. Ich bin jedenfalls noch in keiner schöneren Simulation gefahren.

      Sehr schön zum "Realsimsus" tragen auch die "neuen" Städte bei. Diese sind zwar, wie im Vorgänger bereits, wieder alles andere als realistisch nachgebaut. Ich wüsste auch nicht, wie man das bei mehr als 100 Städten im Spiel realisieren sollte. Im Grunde bestehen die Städte im ETS2 sämtlich auch wieder nur aus jeweils einem kleinen Industriegebiet samt Straßennetz. Man findet dort alle spielrelevanten Einrichtungen, wie natürlich die Speditionen, in denen man seine Fracht abholt oder abliefern soll, Hotels, Werkstätten, Tankstellen, Arbeitsämter und LKW-Händler.

      Was die Städte im ETS2 aber doch individuell erscheinen lässt, sind die lokalen und das jeweilige Stadtbild prägenden Sehenswürdigkeiten, die für jede Stadt eingebaut wurden. Zwar wird es einem niemals gelingen, zu diesen Gebäuden hin zu fahren, sie fördern aber dennoch den Wiedererkennungswert enorm. So habe ich in meinem aktuellen Spiel meinen Firmensitz in meiner alten Heimatstadt Hannover eingerichtet. Und tatsächlich: Jedesmal, wenn mich meine Touren wieder einmal ins virtuelle Hannover führen, fühle ich mich ein bisschen wie Zuhause. :)


      Links: Abfahrt aus Hannover. Von links nach rechts im Bild der "Telemax", im Hintergrund die Marktkirche,
      das Bredero-Hochhaus, der "Telemoritz" und ganz rechts zwei der drei "Warmen Brüder".
      Rechts: Blick aus der Niederlassung in Berlin: Links die Hochhäuser am Potsdamer Platz, rechts der Fernsehturm.


      Auch abseits der Städte zeigen die Entwickler immer mal wieder viel Liebe zum Detail - oder für skurrile Gestalten :zwink :


      Links: Hier fahren wir gerade bei Frankfurt/M. am dortigen Luftbrückendenkmal vorbei
      Rechts: Ohne Worte

      Was für mich - neben dem eigentlichen Fahren natürlich - den großen Reiz an diesem Spiel ausmacht und die Motivation langfristig aufrecht erhält, sind die Rollenspiel- und Wirtschaftssimulations-Aspekte im ETS2. Man kann bzw. muss sich immer neue Fortschritte erspielen und freischalten. Dabei stellt einerseits das verdiente Geld die eine begrenzende Rolle dar - man muss sich Neuanschaffungen halt erst einmal leisten können! Andererseits stehen höherwertige Trucks bzw. Komponenten wie stärkere Motoren, bessere Getriebe und nicht zuletzt der ganze Schnickschnack zur optischen Verschönerung der Fahrzeuge teilweise erst nach Erreichen bestimmter Level zur Verfügung. Ähnlich wie in einem Rollenspiel, sammelt man mit der Zeit Erfahrungspunkte und steigt Stufe um Stufe im Level auf. Hier halt nur nicht, indem man unzählige Monster tötet sondern stattdessen ebenso unzählige Kilometer abspult und seine Aufträge erfolgreich beendet.

      Man beginnt seine Karriere als gänzlich mittelloser Kraftfahrer, dem zunächst nichts anderes übrig bleibt, als irgendwo eine Anstellung zu suchen und schlecht bezahlte Auftragsfahrten durchzuführen. Die Trucks werden dabei vom Arbeitgeber gestellt, der auch die anfallenden Betriebskosten trägt. Es dauert eine Weile und etliche Fahrten, bis man schließlich soviel Geld verdient hat, um sich endlich seine erste eigene Zugmaschine leisten zu können. Sicher, nur ein älteres und leistungsschwaches Fahrzeug. Aber der Anfang ist gemacht. Ab jetzt fahren wir auf eigene Rechnung!

      Lehrreich war die Zeit als Angestellter aber doch. Wir konnten erste Erfahrungen sammeln, haben vielleicht schon den einen oder anderen Lehrgang für Gefahrguttransporte absolviert und in den Städten in denen wir waren schon erste LKW-Händler entdeckt (freigeschaltet).

      Da steht er nun: Der erste eigene Truck. Abgebildet vor der noch ganz schäbigen Firmenzentrale, die ich in Hannover gegründet habe. Ich konnte nicht widerstehen, noch ein paar tausend Euro extra für eine schicke Sonderlackierung in Schwarz, elegantere Felgen und allerhand Zusatzscheinwerfer und LED auszugeben. :nee

      Nun wird es aber Zeit, den ersten Auftrag als selbständiger Unternehmer anzunehmen! Ich entscheide mich für das lukrativste Angebot. Eine Ladung Joghurt muss kurzfristig nach Graz transportiert werden.


      Links: Mein nagelneuer Volvo FH16
      Rechts: Auswahl des nächsten Aufrages (Beispiel)


      Es wird schon Abend, als wir Hannover verlassen. Ca. 900 km und 20 Stunden Fahrt liegen vor uns.

      Eine der sinnvollsten und besten Erweiterungen des ETS2 gegenüber dem Vorgänger stellt der sog. "Route Advisor" dar. Eine Art Kombination aus klassischem Navi-System und Bordcomputer, welcher Informationen zum aktuellen Auftrag, Zustand des Zuges und weiteren Daten bereit hält. Im Grundspiel wird der "Route Advisor" in der Führerhausansicht als Overlay dargestellt, das grafisch einem herkömmlichen Navi nachempfunden ist. Ich verwende in meinem Spiel und den Screenshots allerdings eine Mod, welche die Anzeige der Informationen des "Route Advisors" auf das nötigste reduziert und außerdem anders (wie ich finde praktischer) auf dem Bildschirm anordnet. Die Navi-Karte (aber ohne "Drumherum") unten rechts, die Statusinformationen oben und Informationen zum Auftrag unten in der Mitte. Alle Elemente lassen sich auf Wunsch natürlich einzeln ein- und ausblenden.


      Links: Ein "Elefantenrennen". Wie ich das im wirklichen Leben als PKW-Fahrer hasse! Aber hey! Hier im Spiel haben wir es eilig...
      Rechts: Aber es nützt ja doch nichts! Schon stecken wir im ersten Baustellenstau (dank TSM-Mod) fest.


      Mittlerweile ist es tiefe Nacht und das Ziel noch weit. Ich bin müde und die Augen fallen mir schon zu.
      Es hilft nichts. Ich muss einen Rastplatz suchen und ein paar Stunden schlafen.


      Auch die schöne Country-Musik aus dem Radio hält irgendwann nicht mehr wach.

      Die (optional auch abschaltbare) Müdigkeits-Simulation stellt ein nettes Feature für noch mehr "Realismus" der Simulation des Alltages von Fernfahren im Spiel dar. Immer nach Ablauf von ca. 12 Stunden (Ingame)Zeit ertönt erstmals und danach wiederholt ein vernehmliches Gähnen. Kann man eine Weile lang noch ignorieren und weiter fahren. Aber nicht zulange. Sonst wird Irgendwann der Bildschirm für einige Sekunden schwarz und man verliert währenddessen die Kontrolle über den Truck. Noch ärgerlicher sind aber die Geldstrafen, die man automatisch wegen Überschreitens der zulässigen Lenkzeiten aufgebrummt bekommt. Zum Glück finden sich überall Rastplätze oder Motels. Die regelmäßige Unterbrechung der Fahrt um zu schlafen wird bald ebenso zur Routine wie die allfälligen Tankstops. Meistens sind diese Zwangspausen auch kein wirkliches Problem. Erst wenn man später sehr zeitkritische Just-In-Time-Lieferungen übernimmt, sollte man sich schon bei der Tourenplanung auch Gedanken über eventuell notwendige Rastzeiten machen.

      Das im Spiel integrierte Internetradio wurde praktisch unverändert aus dem Vorgänger übernommen und stellt eine abwechslungsreiche Alternative zum ebenfalls wieder an Bord befindlichen MP3-Player zum Abspielen eigener Musik dar. Und keine Bange. :zwink Es gibt im Radio natürlich nicht nur Country-Sender. Wer mag, kann sich die Senderliste (diese liegt als Textdatei vor) selbst an den eigenen Musikgeschmack anpassen. Es finden sich auf den einschlägigen Modding-Seiten im Netz aber auch viele vorgefertigte Senderlisten zum herunterladen.


      Nach erholsamer Nachtruhe auf einem Parkplatz bei einer kleinen Autobahntankstelle setzen wir die Fahrt fort und passieren schließlich die Landesgrenze zu Österreich...


      ... um bald darauf erstmal die Maut bezahlen zu müssen bevor es weitergehen kann.


      Nun ist es nicht mehr weit bis nach Graz.

      Die schönen Schilder am Straßenrand an den Grenzen der Bundesländer wie auch eine große Anzahl dieser "braunen" Schilder, die an den Autobahnen in Deutschland auf nahe gelegene Sehenswürdigkeiten hinweisen, sind einmal mehr das Verdienst der "TruckSim-Map"-Modder. Mir gefallen diese Schilder ausgesprochen gut.


      Am Ziel.


      Nur noch den Auflieger bei der Spedition abliefern und dann den wohlverdienten Lohn an Geld und Erfahrungspunkten kassieren!



      Eine ganze Weile später - Oder: Wie werde ich zum Mogul

      Die Firma entwickelt sich prächtig! Endlich konnten wir die schäbige Baracke in Hannover zu einer wirklich repräsentativen Firmenzentrale ausbauen. Und gerade haben wir unsere erste Zweigniederlassung in Berlin eröffnet!


      Firmenniederlassung in mittlerer (mit drei Stellplätzen) und großer (mit fünf Stellplätzen) Ausführung.


      Hat man nach einer Weile genügend Euros verdient, um sich 1. eine weitere Zugmaschine und 2. eine erste Vergrößerung der anfänglichen Firmenzentrale leisten zu können, ist es an der Zeit, seinen ersten Angestellten anzuheuern. Die Fahrer werden von den Arbeitsämtern in den Städten vermittelt, von denen man mittlerweile bereits genügend gefunden, und somit freigeschaltet, haben dürfte. In je mehr Städten man die Arbeitsämter findet, desto größer wird das Angebot an AI-Fahrern.

      Darüber hinaus stehen in allen größeren Städten weitere Niederlassungsgebäude zum Verkauf. So steht der Expansion der eigenen kleinen Klitsche zum späteren Speditions-Imperium nichts im Wege.


      Links: In der Fahrerübersicht informiert man sich über die Leistung und Qualifikationen der AI-Kollegen, teilt sie den Trucks und Niederlassungen
      zu und legt fest, wie die Fahrer sich weiter spezialisieren sollen.
      Rechts: In der LKW-Übersicht betrachtet man seine Trucks, überführt sie ggf. zu einem anderen Standort oder schickt sie in die Werkstatt oder die Lackiererei.

      Hat man einen AI-Fahrer einem LKW und einer Niederlassung zugeordnet, wird er sich fortan seine Aufträge selbständig suchen und ausführen. Dabei qualifizieren sich die Fahrer nach und nach immer weiter in den gleichen Bereichen, in denen man das auch als Spieler tut. Damit einhergehend erledigen die AI-Kollegen mit der Zeit auch immer lukrativere Jobs. Als Spieler nimmt man hierauf nur insofern Einfluss, als man jederzeit das Spezialgebiet festlegen kann, in welchem die Fahrer sich als nächstes qualifizieren sollen. Wer will, überlässt aber auch diese Entscheidung den Fahren selbst.

      Die AI-Fahrer werden aber nie auch nur annähernd soviel Profit einfahren, wie man selbst als Spieler es tut. Sich im Chefsessel zurücklehnen und derweil die Fahrer schuften zu lassen, ist also nicht. :nee Aber das wäre ja auch langweilig. Der ETS2 ist und bleibt im Kern schließlich eine TruckSim und soll und will keiner Wirtschaftssimulation im Stile eines Transport-Giganten Konkurrenz machen.

      Obwohl... Wenn ich's mir recht überlege, können die Jung's (und Mädel's) jetzt gerade mal ein bisschen alleine schuften. :wackler Ich war schon zu lange nicht mehr in der Werkstatt. Mal sehen, ob der Händler nicht ein paar schicke neue Anbauteile oder Paint Jobs im Angebot hat...


      Shoppen bis der Arzt kommt :)


      Links: In der Werkstatt rüstet man seine Fahrzeuge mit allerlei nützlichen (und noch mehr eigentlich unnützen^^) Teilen auf.
      Rechts: Der Lackierer hält immer wieder neue Paint Jobs bereit. Im Bild: Die spezielle "Fire Mage"-Lackierung aus dem offiziellen "Fantasy Paint Jobs"-DLC


      Ich gebe zu, ein schon fast kindisches Vergnügen dabei zu verspüren, nach den jeweils für etwas neues qualifizierenden Level-Aufstiegen umgehend in der Werkstatt vorbei zu schauen, was es diesmal ist. =) Aktuell befinde ich mich auf Level 12, die nächsten neuen Sachen gibt es dann wieder bei Level 16 zu kaufen. Ganz klar möchte man natürlich irgendwann einmal von jedem LKW-Hersteller dessen jeweiliges Top-Modell fahren, bzw. überhaupt sämtliche Trucks, die es im Spiel gibt besitzen. Aber damit ist ja längst noch nicht Schluss! Kann man doch jedes Fahrzeug noch mit allem nur erdenklichen Zubehör ausstatten. Einiges ist durchaus (auch spielerisch) recht praktisch, wie z.B. stärkere oder sparsamere Motoren oder Getriebe. Der Großteil des Zubehörs dient aber allein der optischen Verschönerung und Individualisierung der Fahrzeuge. Ob nun div. zusätzliche Beleuchtungseinrichtungen, verchromte Felgen und Auspuffrohre, "Bullenfänger" (Frontschutzbügel) zum Anbringen von noch mehr Lampen, die Innenausstattung des Führerhauses in besonders hochwertigen Ausführungen, in Fahrzeugfarbe lackierte Außenspiegel, verchromte Türgriffe oder jede Menge Schnickschnack für die Inneneinrichtung - alles ist erhältlich, vorausgesetzt man hat den nötigen Level erreicht und besitzt genügend Kleingeld, das alles auch zu bezahlen.

      Und was es im Grundspiel nicht gibt, das wird von der Modder-Community bereit gestellt. Vom Vereinswimpel des Lieblingsfußballvereins für das Führerhaus bis zum LED-illuminierten Mini-Weihnachtsbaum aus Plastik für das Armaturenbrett. :)

      Wer noch mehr Geld übrig hat, kann es für zahlreiche Sonderlackierungen ausgeben. Teilweise können deren Farben vom Spieler gewählt werden, so dass man sich seine eigene, individuelle Firmen-Lackierung kreiieren kann. Andere Lackierungen kommen als "Gesamtkunstwerk" daher und können nur teilweise oder gar nicht verändert werden. Hier hat der Entwickler SCS nun schon einige (kostenpflichtige) DLC's herausgebracht. Allerdings zu wie ich finde moderaten und angemessenen Preisen (jeweils 2 Euro pro "Pack"). Wer's kann und weiß wie's geht, mag sich seine, dann wirklich einzigartige, Lackierung auch selbst im Grafikprogramm gestalten und als Textur einbinden.



      Ein letzter Wunsch verbleibt noch. Einmal einen dieser wunderschönen, chrom- und lichterrblitzenden US-Trucks zu importieren (soll heißen: Als Mod installieren) und damit über europäische Straßen zu fahren.

      Oder ich verlege im November meinen Firmenstandort vielleicht doch ins sonnige Kalifornien? So ich dann überhaupt Zeit habe... Zur gleichen Zeit wollen schließlich auch eine neue Eisenbahngesellschaft verwaltet und dann auch wieder Äcker bestellt werden... :zwink


      Mein Fazit:

      Fällt kurz aus. Wer derzeit eine Truck-Simulation spielen möchte, findet meiner Meinung nach keine bessere als den "Euro Truck Simulator 2".

      Die Qualität der Spielgrafik ist in dem Genre aktuell unerreicht. Im Spielverlauf wie in einem Rollenspiel im Level aufzusteigen, dadurch immer erfolgreicher zu werden, nach und nach eine Vielzahl neuer Fahrzeuge und Zubehörteile freizuschalten sowie später die Möglichkeit zu haben, sein Unternehmen auszubauen, kann lange motivieren.

      Dass das Spiel umfangreiche Veränderungen durch Modifikationen erlaubt, ist, wie eigentlich immer in solchen Spielen, Segen und Fluch zugleich. Einerseits bieten gut gemachte und supportete Mods teils großartige Erweiterungen des Gameplays. Schlechte, von Anfängern erstellte Mods können andererseits auch ganz schnell zu Abstürzen führen, oder schlimmer noch dazu, sich die Spielstände zu "zerschießen", ohne dass man es gleich merkt. Wer gerne Mods verwenden möchte, dem sei empfohlen, sich auf jeden Fall vorher genau zu informieren, was er da ggf. installiert und ob die jeweilige Mod überhaupt mit der aktuellen Spielversion getestet wurde. Und das alte Motto Al Lowe's: "Save early, save often!" gilt hier natürlich erst recht.

      Von negativen Erfahrungen mit dem Spiel kann ich ansonsten nicht berichten. Alle Probleme die bislang bei mir aufgetreten sind, ließen sich stets auf "faule" Mods zurückführen. :shrug

      Wenn ich mir für eine zukünftige Version eine Verbesserung wünschen dürfte, dann wäre es der Einbau einer Story, einer Art Hauptquest. So wie es sie einst in "Rig'n'Roll" und davor in "King of the Road" gab. Hat mir beide mal sehr viel Spaß gemacht. Mir ist aber bewusst, dass dergleichen von den meisten "Simulations-Profis" kategorisch abgelehnt und von daher wohl auch kaum realisiert wird.
      Früher war vieles leichter - ich auch :pfeife:
    • Wieder mal eine tolle Spielevorstellung!

      Ich habe den Euro Truck Simulator 2 ja selbst bei einem Steam Schnäppchensale ergattert und auch einige Stunden gespielt. Ich selbst habe bisher nur den Sprung in die Selbständigkeit geschafft. Angestellte konnte ich mangels eines weiteren LKWs noch keine einstellen.

      Ich bin schon gespannt auf deine Screenshots! Ich habe auch einige im Spiel geschossen und wenn ich mich recht erinnere auch eine Hand voll im "Blicke in andere Welten" schon gepostet. Die Grafik ist einfach hübsch und die Landschaft lädt zum "fotografieren" ein.

      Da gibt es ja wirklich auch sehr tolle Add-ons und Mods, wie man in deiner Vorstellung lesen und sehen kann. Ich selbst hatte keine installiert. Wenn ich den ETS2 wieder in Angriff nehme, dann müssen natürlich auch einige Mods ausprobiert werden.

      Eine negative Sache ist mir aber noch in Erinnerung geblieben. Ich war auf einer langen Fahrt unterwegs und kurz vor dem Ziel passierte dann ein Unfall an dem ich selbst nicht schuldig gewesen bin. Ein entgegenkommendes Auto wurde überholt und der Überholer ist frontal in mich rein gefahren. Ich war weder zu schnell, noch bin ich neben der Spur gefahren. Schuldig war aber laut Spiel trotzdem ich. Soll heissen: Das schöne erwirtschaftete Geld war hin. Mein LKW war kaputt und musste repariert werden und wenn ich es richtig weiss, bekam ich auch noch eine Strafe. Das ist mir leider nicht nur einmal passiert. Irgendwann, nach so einem Erlebnis hab ich den Simulator auch erst mal nicht mehr angerührt. Das Icon schlummert aber immer noch verlockend auf meinem Desktop.

      Vielen Dank für die schöne Vorstellung, Brausebart! Besser kann man es nicht zusammenfassen :)
    • Vielen Dank, Vannar :freunde

      In meinem regulären Spiel bin ich eigentlich auch noch nicht so weit, mir bereits weitere Trucks und Angestellte leisten zu können. Nur für die Spielvorstellung hatte ich mir mittels Cheat Engine mal eben schnell eine Extra-Million Euros auf's Firmenkonto überwiesen :zwink , um auch Screens von der Personalverwaltung zeigen zu können.

      Die anderen (AI-)Fahrer verhalten sich tatsächlich häufig wie die ersten Menschen. :doh: Also ganz wie im richtigen Leben! :D Was habe ich mich schon aufgeregt, wenn wieder mal irgendein Depp meinte, ohne zu Gucken und anscheinend mit Selbstmordabsicht die Spur wechseln zu müssen, dabei mir(!) in die Seite fuhr und ich(!) dafür auch noch Strafe zahlen und meinen Truck auf meine Kosten reparieren musste! :motz Oder diese Typen, die bei jeder ausgewiesenen Geschwindigkeitsbegrenzung sofort voll in die Eisen steigen... und ich dann hinten auf die drauf brumme! :tb:

      Du hast Recht. Die AI-Fahrer sind wahrlich nicht die Hellsten :nein: Andererseits: Was wäre Autofahren, wenn man keinen Anlass mehr hätte, sich ständig über die anderen Verkehrsteilnehmer aufregen zu müssen? So gesehen bildet das Spiel die Realität auf der Straße dann eigentlich doch wieder ganz gut nach. :zwink

      Mittlerweile verwende ich eine Mod, die unfallbedingte Schäden am Truck verhindert. Bei Unfällen mit AI-Fahrzeugen bleibt damit nur noch die obligatorische Strafe von jeweils 400€. Das ist zwar immer noch ärgerlich, wenn man selbst keine Schuld an dem Unfall hatte, aber wenigstens finanziell lange nicht mehr so tragisch. Ja, ich muss zugeben, jetzt manchmal sogar mit Absicht und Freude daran irgendwelche besonders nervigen "Bremser" anzufahren und zuzuschauen, wie sie von der Strecke gekegelt werden. Schiet auf die 400€! :D Uh oh... Hatte ich nicht geschrieben, das Spiel sei USK0... :zwink

      Der betriebsbedingte Verschleiß am Truck ist von der Mod übrigens nicht betroffen. Man muss also immer noch ab und an zu Reparaturen in die Werkstatt, um sein Fahrzeug in Schuss zu halten.
      Früher war vieles leichter - ich auch :pfeife:
    • So, nach etlichen Stunden des Trial&Errors und der Suche nach Updates oder Ersatz für veraltete Mods, habe ich meine ETS2-Installation auf dem aktuellen Versionsstand (1.27) nun wieder mit allen mir wichtigen Mods lauffähig. Nun kann die Reise nach Frankreich bald losgehen. =) Vorerst hat es mich mit meinem alten Spielstand aber in meine "Heimatstadt" Hannover (wo meine erste Firmenzentrale steht) zurück versetzt. Das passiert eigentlich fast immer, wenn man irgendwas an den installierten Mods verändert oder welche löschen muss, weil sie nicht mehr funktionieren. Ist ja aber nicht so schlimm.

      Nach einem kurzen Besuch in einer Werkstatt ist nun die Inneneinrichtung wieder so, wie sie früher war. Einschließlich Fotos meiner Liebsten, Wackeldackel und Wackelpuppe. :D Neue Reifen hat der Truck bei der Gelegenheit auch gleich noch bekommen. :wackler






      Da ich in dem alten Profil, welches ich nun (weiter)spielen möchte erst Lvl. 14 erreicht habe und die entsprechenden Qualifikationen noch fehlen, bekomme ich noch keine Aufträge für Fernfahrten oder Schwerlasttransporte. Also muss ich mich stückchenweise in Richtung Westen vorarbeiten. :) Immerhin gibt das mir die Gelegenheit, mich erstmal wieder an die Steuerung und die Tasten-/Controller-Belegung zu gewöhnen... :gruebel

      Keep on truckin' :D
      Früher war vieles leichter - ich auch :pfeife: